Warum psychologische Erkenntnisse oft nicht in der Praxis ankommen

Psychologie
Hypnose

 

Zwischen Theorie und Alltag: Warum psychologische Erkenntnisse oft nicht in der Praxis ankommen

 

 

Manchmal dauert es Jahre, bis sich eine gute Idee durchsetzt.

Das gilt nicht nur für gesellschaftliche Entwicklungen, sondern auch für die Psychotherapie.

 

Dabei gibt es heute so viele gut erforschte Methoden, die nachweislich helfen. Und doch: Viele davon finden nie den Weg in die Praxis. Warum ist das so?

 

Eine neue Übersichtsarbeit der Universität Groningen hat genau das untersucht und mehr als 130 Fachartikel ausgewertet, die sich mit dieser sogenannten „Transferlücke“ beschäftigen. Das Ergebnis ist vielschichtig  und überraschend menschlich.

 

 

Der Mensch entscheidet,  nicht nur die Wissenschaft

Ob eine Therapeutin neue Methoden anwendet, hängt nicht nur von Fakten ab. Sondern auch von persönlichen Faktoren  wie etwa dem Alter oder der therapeutischen Grundausrichtung. Studien zeigen:

 

Jüngere Behandelnde sowie jene mit einer kognitiv-behavioralen Haltung integrieren neue Forschung häufiger.

 Andere bevorzugen den bewährten Weg , nicht unbedingt aus Ablehnung, sondern aus Skepsis oder Gewohnheit.

 

Dazu kommen strukturelle Hürden:

 Zeitmangel,

 fehlende Weiterbildungen,

oder Unsicherheit im Umgang mit standardisierten Verfahren.

 

 

Wenn Studien an der Realität vorbeigehen

Ein besonders spannender Punkt: Viele Praktiker:innen empfinden psychologische Studien als realitätsfern.

Klinischer Alltag ist dynamisch, emotional und individuell.

Studien hingegen sind oft kontrolliert, starr und versuchen, Variablen auszuschliessen,  was zwar aus wissenschaftlicher Sicht notwendig ist, aber den Praxisbezug erschwert.

 

Ein Beispiel:

Wie gut lässt sich ein standardisiertes Verfahren auf eine Klientin übertragen, die gleichzeitig an Panikattacken, Beziehungskonflikten und beruflicher Überforderung leidet?

Hier braucht es Erfahrung, Flexibilität  und manchmal mehr als nur eine evidenzbasierte Methode.

 

 

 

Was wir daraus lernen können

Diese Studie zeigt: Der Weg von der Forschung in die Praxis ist kein automatischer.

Er braucht Brücken zwischen Theorie und Anwendung, zwischen Wissenschaft und Menschlichkeit.

 

 Austausch zwischen Forschung und Praxis ist zentral.

Therapeut:innen brauchen Unterstützung bei der Umsetzung neuer Verfahren.

Und Forschung darf die Realität nicht vergessen, in der sie wirken soll.

 

 

 

Was das mit Dir zu tun hat

Vielleicht bist Du selbst Therapeut:in, arbeitest im Coaching oder bist einfach jemand, der sich für mentale Gesundheit interessiert.

 

Dann ist diese Erkenntnis wichtig:

Veränderung braucht nicht nur Wissen, sondern auch Mut, Offenheit und Systeme, die neue Wege möglich machen.

 

 

Wenn Du mehr zu solchen Themen lesen möchtest, findest Du laufend neue Artikel auf meiner Website.

Es lohnt sich, dran zu bleiben.

 

 

Kontakt

Ilgenstrasse 4

8032 Zürich

info@hypnose-noaulmer.ch

 +41 77 520 00 77

NU - Hypnose

Natürlich

Effektiv

Professionell

Verbände & Co.